Geschichte

Einige Lesefrüchte zur Baugeschichte in chronologischer Reihe

Blick auf Gemmingen, ungefähr vom Standort des Rentamts in Richtung Unterschloss. Nahezu unverändert geblieben sind die Wege und die Kreuzung, die das Rentamt überblickt. Deutlich wird hier die Ortsrandlage, in der der Gutshof einmal entstehen wird. Was hier fehlt sind schlossähnliche Gebäude in unmittelbarer Nähe – eine Tatsache, die zur Vorsicht bei der Lektüre der weiter unten folgenden Zitate mahnt.

Ansicht des ritterschaftlichen Orts Gemmingen
Generallandesarchiv Karlsruhe
(Bestellsignatur: J-B Gemmingen 3)

Etwas mehr als 300 Jahre später wurde eine systematische Luftbilddokumentation von Baden-Württemberg erstellt, die später an das Hauptstaatsarchiv in Stuttgart übergeben und in einem aufwendigen Projekt digitalisiert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde. Hier ist die gesamte Anlage – insofern sie 1968 noch Bestand hatte – dokumentiert. Trotz guter Bildqualität und Zoommöglichkeiten lassen sich keine näheren Aufschlüsse über die Gebäudesubstanz und die Umgebungsgestaltung (Gartenbepflanzung, Aussehen des Hochkellers etc.) gewinnen.

Luftaufnahme (Ausschnitt) von Gemmingen aus dem Jahr 1968
Der Ausschnitt zeigt den Bereich von der Evangelischen Kirche (links) bis zur Kreuzung Stettener Straße/ Eppinger Straße mit dem Gutshof im Zentrum.
Staatsarchiv Ludwigsburg
Bestellsignatur: EL 68 IX Nr 5913

2. Das Mittelschloß. Dieses ist das älteste und eigentliche Stammhaus und wurde von Hans v. G. von 1235 an bewohnt und auf seine Nachkommen vererbt. Es wurde in zwei Theile getheilt, nämlich das steinerne Haus am Wassergraben und das hölzerne Haus an der Brücke, und es hatten daran auch die Gründer der Bürger Linie Theil. Als sie aber das Oberschloß ganz an sich gebracht, auch das Schloß Bürg erworben hatten, verkauften sie ihren Theil am Dieter IV. um das Jahr 1400, der es sammt seinem sonstigen Besitz zu Gemmingen, Württemberg zu Lehen auftrug. Er baute dasselbe jedoch neu auf, wie er auch Gemmingen befestigte, wie Pistorius [David Pistorius, 16.7.1578, Winnenden – 14.8.1629, Gemmingen, Stadtpfarrer in Gemmingen ab 1613 und erster Ortschronist] erzählt: „es bawete Herr Dietrich das Stättlein Gemmingen, umgabe das mit Mauern, bewahrts mit Thoren und verbawete dadurch die gemeine Weg, daher Eberhard und Gerhard v. G. im Oberschloß mit ihm zu streit kamen anno 1411 laut eines Vertragsbriefs, da das Mittelschloß Herrn Dietrichs Burg genannt wird.“ Von seinen Söhnen bekam Dietrich die Hagenschießer Güter, Conrad das steinerne und Hans der Reiche das hölzerne Haus; später aber kam es ganz in den Besitz des reichen Hansen.
Johann v. G. (+ 1599) baute einen Theil, vielleicht das hölzerne Haus neu auf, aber im 30jährigen Kriege wurde es wahrscheinlich zerstört und wegen der darauf folgenden kriegerischen Zeiten auch nicht mehr auferbaut. 

Carl W. F. L. Stocker: Chronik der Familie von Gemmingen und ihrer Besitzungen (Band 1, Zweites Heft): Gemmingen. – Heidelberg, 1868, S. 45f.

Das ehemalige Mittelschloß, jetziges Rentamt, war (nach Stocker) das älteste und eigentliche Stammhaus derer von Gemmingen und ist vom Stammvater des ganzen Geschlechtes, Hans von Gemmingen, von 1235 an bewohnt gewesen. Weder vom »steinernen« noch vom »hölzernen« Hause, den beiden Hauptgebäuden der alten Wasserburg, sind Reste erhalten. Das Rentamt, ein stattliches, aber schmuckloses massives Gebäude, stammt der Jahreszahl über dem Kellerportal zufolge aus dem Jahre 1618. Dieser Eingang liegt auf der Giebelseite, ist schön profiliert und am Schlußstein mit dem Allianzwappen Dietrichs von Gemmingen und seiner ersten Frau, einer geb. von Reischach, verziert. [Nach Stocker (S. 70) ist dieser Dietrich Besitzer des unteren Schlosses gewesen.]
Der sich unter dem ganzen Gebäude hinziehende Keller ist mit einem aus Sandsteinquadern hergestellten, großartigen Tonnengewölbe überspannt. Links vom Eingange befindet sich ein kleiner, etwas höher liegender Kellerraum, der wie der Rest eines älteren Bauwerkes aussieht, mit einem später eingesetzten spätgotischen Fenster.
Das Portal an der Längsseite, in wenig schönen Barockformen gehalten, trägt die Jahreszahl 1717. Schöner schmiedeeiserner Klopfer und Schlüsselschild an der gleichzeitigen Holztür. Am Giebel einer benachbarten älteren Scheuer finden sich zwei anscheinend barocke Fratzenköpfe (ehemalige Brunnenspeier) eingemauert; darüber ein dritter Kopf innerhalb einer fensterartigen Umrahmung.

Adolf von Oechelhäuser: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 8,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Sinsheim, Eppingen und Wiesloch (Kreis Heidelberg). – Tübingen, 1909, S. 170.

Diese Eintragung im Lagerbuch widerlegt aber auch die Ansicht, das Rentamt sei das mittlere Schloß gewesen. […] Die Jahreszahl über dem Kellerportal weist als Baujahr eindeutig 1618 aus, einen Zeitpunkt, in dem das mittlere Schloß noch bestanden haben muß, da es Ende des 16. Jahrhundert teilweise von Johann von Gemmingen wieder aufgebaut wurde und die Zeit bis zum dreißigjährigen Krieg in Gemmingen keineswegs Zerstörungen zeitigte. Es gab also keinen Anlaß, im Jahr 1618 einen Neuaufbau vorzunehmen. […] Man wird aber davon ausgehen müssen, daß etwa an der Stelle, an der das Rentamt steht, der Schloßkomplex sich einstmals erstreckte.

Tony Fleck: Gemmingen 769 – 1969. 1200 Jahre Zeitgeschehen / hrsg. vom Bürgermeisteramt Gemmingen anläßlich der 1200 Jahrfeier. Verfasser Tony Fleck. – Gemmingen, 1969, S. 33.
Der Eingang zum unterirdischen Gang, der Richtung Eppinger Straße führt und auf ca. 10 m Länge begehbar ist.

Im Jahr 1717 erhielt das frühere Rentamtsgebäude, das über dem Kellerportal die Jahrszahl 1618 trägt, entlang der östlichen Seite einen Anbau mit Hauptportal. Der westlich stehende, kleine, etwas höher liegende Kellerraum sieht wie der Rest eines älteren Bauwerks aus. In diesem befindet sich auch ein nach Westen führender unterirdischer Gang, dessen Anfang jedoch zugemauert ist. Unter dem ganzen Rentamt wölbt sich ein großer mit Sandstein gebauter Keller, in dem zum Teil heute noch die Weinfaßlager zu sehen sind

Tony Fleck: Gemmingen 769 – 1969. 1200 Jahre Zeitgeschehen / hrsg. vom Bürgermeisteramt Gemmingen anläßlich der 1200 Jahrfeier. Verfasser Tony Fleck. – Gemmingen, 1969, S. 92.
Der Anfang des zugemauerten Geheimgangs, der in Richtung Eppinger Straße führt. Dahinter befindet sich heute mutmaßlich nur noch der Garten. Der Gang selbst läge heute höher als das Niveau der Eppinger Straße.

Abschluß und Blickpunkt des geschlossen bebauten Ortsteils an der Eppinger Straße in Gemmingen bildet der hohe Fachwerk-Ziergiebel des ehemaligen Gemmingenschen Rentamts, das von Südosten – aus der Sicht der zumündenden Stettener Straße – noch durch einen auf die Nordostecke gesetzten abgewalmten Fachwerk-Zwerchgiebel betont wird. Der in seinem massiven Unterbau aus der Renaissance (1619) stammende stattliche zweigeschossige Bau wurde anläßlich der 1200-Jahr-Feier des Orts äußerlich instandgesetzt, wobei man vor allem das Obergeschoß-Fachwerk und den reich profilierten Stubensandstein-Aufgang vom Hof wirkungsvoll erneuerte. Das heutige Bild entspricht dem Zustand, der 1718 – vermutlich nach einer Zerstörung in den Kriegswirren zu Ende des 17. Jahrhunderts – in einem Wiederaufbau geschaffen wurde.

Hans-Ulrich Wielandt: Instandsetzung und Ausbau der ehemaligen Zehntscheuer in Gemmingen, Kreis Heilbronn. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege 4 (1975), Heft 4, S. 159.

Das mittlere Schloß beherbergte später das Rentamt.

Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Sechster Band: Baden-Württemberg / hrsg. von Max Miller und Gerhard Taddey. – 2. Aufl., Stuttgart: Kröner, 1980, S. 247.
Ehrengabe der Gemeinde Gemmingen aus dem Jahr 1987. – Ein Beleg für die Bedeutung des Rentamts im kollektiven Gedächtnis der Gemeinde.

Blickpunkt des südlich am Stefansberg liegenden Ortsteils is der Zierfachwerkbau des ehem. Gemmingenschen Rentamts aus den Jahren 1618 und 1717, gegenüber steht die frühere Zehntsscheuer der Herren v. Gemmingen, am südlichen Eckständer mit dem Gemmingenschen Wappen und den Initialen des Pleikard Dietrich v. Gemmingen, damit wohl in die 1. Hälfte des 18. Jh. datierbar.

Julius Fekete: Kunst- und Kulturdenkmale in Stadt- und Landkreis Heilbronn / Fotos von Rose Hajdu. – Stuttgart: Theiss, 1991, S. 172-174.

8. Ehemaliges Rentamt und alter Fruchtspeicher
An der Kreuzung Eppinger Straße-Eichmühlweg stehen, etwas zurückgesetzt, zwei bemerkenswerte Gebäude in Fachwerkbauweise: Das ehemalige Rentamt und der alte Fruchtspeicher. beide stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert und waren Teil einer herrschaftlichen Hofanlage, durch welche heute die Stettener Straße führt. Das alte Rentamt, mit dem Giebel zur Straße gerichtet, ist ein hervorragendes Zeugnis fränkischer Zimmermannskunst, Es besitzt an seiner Ostseite ein sehr fein gearbeitetes Portal aus Sandstein mit korinthischen Säulchen und einem Sprenggiebel aus dem Jahr 1717. Sein ganzes äußeres Erscheinungsbild ist weitgehend erhalten.

Ulrich Kopp: Die Kraichgaugemeinde Gemmingen. Eine Ortsbeschreibung zur Jahrtausendwende / Hrsg. von der Gemeinde Gemmingen im jahr 2000. – Gemmingen, 2000, S. 70f.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Gutshof nicht mehr entsprechend seiner ursprünglichen Verwendung genutzt. Die Familie von Gemmingen hatte das Gelände veräußert und es kam zu mehreren Eigentümerwechseln und Aufteilungen des Geländes unter verschiedene Eigentümer, die die Gebäude des Gutshofs unterschiedlich nutzten und umwidmeten. Teile der Anlage waren trotz bestehender Denkmaleigenschaft abgängig und wurden sukzessive abgerissen, um zeitgemäßere Nutzungsformen zu ermöglichen. Einige Gebäude wie z.B. die ehemalige Zehntscheuer auf der dem Rentamt gegenüberliegenden Seite der Stettener Straße wurden zu Wohnzwecken umgenutzt. Kurz nach dem Jahr 2000 musste der südliche Anbau an das Rentamt wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Damit verschwand ein weiterer Teil der ehemaligen Gutsanlage. Heute stehen auf dem ehemaligen Wirtschaftshof der Gutsanlage zwei Wohnhäuser.

Wie die dendrochronologische Altersbestimmung belegt, wurde das ehemalige Rentamt in Gemmingen um das Jahr 1671 erbaut. Somit stammt das Gebäude – anders als bislang vermutet – nicht von 1618 sondern wurde erst beim Wiederaufbau Gemmingens nach den Zerstörungen des 30jährigen Kriegs neu errichtet. Dabei wurden offenbar die Grundmauern eines Kellers des ehemals hier stehenden Mittelschlosses integriert.
Bereits 46 Jahre später (im Jahr 1717) wurde das Rentamt umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen unterzogen. Das Gebäude wurde insbesondere nach Osten erweitert, erhielt neue, massiv gemauerte Außenwände an der Nord- und Ostseite des Erdgeschosses und wurde in den Fassaden symmetrisch gegliedert. Zudem wurde auch die innere Grundrissstruktur der beiden Vollgeschoss nahezu vollständig verändert.
Die nächsten größeren Eingriffe scheinen dann erst wieder im Jahr 1914 erfolgt zu sein, als die Fassaden saniert wurden und die nordöstliche Gebäudeecke ein Dachtürmchen erhielt.

Markus Numberger: Bauhistorische Kurzuntersuchung [nicht veröffentlicht, im Auftrag des Landesamts für Denkmalpflege erstellt]. – Esslingen, 2017, S. 11

Der Ortshistoriker von Gemmingen, Wolfgang Ehret, hat in einem 2022 erschienenen Aufsatz der „Kraichtaler Kolloquien“ eine Untersuchung der Gemminger Besitz- und Herrschaftsverhältnisse vom Hohen Mittelalter bis in die beginnende Neuzeit hinein unternommen und dabei nachgewiesen, dass das Rentamt und das dazugehörige landwirtschaftliche Gut nicht identisch mit einem in den Quellen aufzufindenden ‚Mittelschloss‘ ist, da die die Lage des Mittelschlosses identifizierenden Landschaftsmerkmale nicht mit der Lage des Rentamts in Übereinstimmung zu bringen sind:

Während der Kern des alten Dorfs am Stefansberg rund um den Fronhof oberhalb des Überschwemmungsgebiets des Staudbachs zu lokalisieren ist, lagen im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts alle drei Gemminger Schlösser nördlich des Staudbachs. Das wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandene Stammschloss lag an der Twerchstraße, einem wichtigen Verkehrsweg von Heilbronn über Eppingen und Bretten nach Durlach mit weiteren Verbindungen über Richen und Sinsheim nach Speyer und über Berwangen oder Massenbachhausen nach Wimpfen. In Sichtweite zum Stammschloss wurden in der Staudbachniederung vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zwei weitere adlige Häuser errichtet. In diesem Gebiet begünstigten kleinere Bäche und mehrere Quellen die Anlage von Schlössern mit nassen Gräben.

Wolfgang Ehret: Die Lehen der Schlösser in Gemmingen (1239-1550). In: Gemmingen. Streiflichter auf die Geschichte einer Familie des Ritteradels aus dem Kraichgau / hrsg. von Kurt Andermann. – Sigmaringen: Thorbecke, 2022, S. 35-69, hier S. 38 (Kraichtaler Kolloquien ; 13)

Die fehlerhafte Identifizierung des Rentamts mit dem Gemminger Mittelschloss in der älteren Literatur beruht wohl auf einer leider nicht belegten volkstümlichen Bezeichnung aus der ‚Sattelzeit‘:

Die Bezeichnung Schloss wurde in Gemmingen bereits Mitte des 18. Jahrhunderts auf den Gebäudekomplex übertragen, den Dietrich von Gemmingen (+1658), ein Sohn Wolf Dietrichs, 1618 am Stebbacher Tor hatte errichten oder erweitern lassen. Ein Umbau mit der Verlängerung eines dort schon zuvor besteenden Gebäudes kann angenommen werden, denn im Keller befindet sich innenliegend vor einer Treppe eine zweite Mauer mit Fenster, bei der es sich ursprünglich um eine Außenmauer gehandelt haben dürfte. Mit seinen Ausmaßen, seiner Funktion und der Zahl der Gebäude entsprach dieser Komplex einem barocken Hofgut. Auf einer Luftaufnahme von 1968 ist das ganze Ensemble bestehend aus Amtshaus, Pächterhaus, Ställen, Scheunen und Fruchtspeicher noch erkennbar. Bis heute übrig geblieben sind davon allein der Fruchtspeicher und der Rumpf des größten und repräsentativsten Gebäudes, das einst als Amtshaus oder Rentamt bezeichnet wurde. Dendrochronologische Untersuchungen haben ergeben, dass der Fachwerkaufbau – so wie wir ihn kennen – erst 1671 errichtet wurde und 1717 eine Erweiterung nach Osten erfuhr, erkennbar an einer abenteuerlich anmutenden Dachgebälkkonstruktion und an der über dem hölzernen Eingangsportal eingeschnitzten Jahreszahl.

Wolfgang Ehret: Die Lehen der Schlösser in Gemmingen (1239-1550). In: Gemmingen. Streiflichter auf die Geschichte einer Familie des Ritteradels aus dem Kraichgau / hrsg. von Kurt Andermann. – Sigmaringen: Thorbecke, 2022, S. 35-69, hier S. 67 (Kraichtaler Kolloquien ; 13)

Vom Ende des 16. Jahrhunderts im Renaissancestil neu aufgebauten Neuen Schloss führte mutmaßlich eine heute durch Wohnhäuser verstellte Sichtachse von der Residenz der Herrschaft zum Verwaltungssitz der Grundherrschaft im Gutshof. Hierin manifestierte sich der barocke Herrschaftsanspruch mit dessen auf Sichtbarkeit begründetem Repräsentationsbedürfnis. Ein Hinweis darauf dürfte die repräsentative Gestaltung des ursprünglich wohl als Sichtfachwerk gestalteten Tragwerks der Giebelseite des Gebäudes zur Kreuzung von Eppinger und Stettener Straße hin sein, die wahrscheinlich erst nach der Erweiterung des Gebäudes um 1717 vollflächig verputzt und bei der Sanierung 1914 wieder freigelegt wurde.

Rentamt mit Fuhrwerken, vermutlich nach 1914

Im Juni 2023 habe ich dieses Bild anonym in meinem Briefkasten gefunden. Die Aufnahme zeigt die Situation wahrscheinlich nach der Sanierung von 1914. Das Fachwerk ist freigelegt, wobei die vorhandenen Pläne lediglich die Fachwerkfreilegung an der Giebelseite belegen (vgl. Die Sanierung von 1914). Möglicherweise dokumentiert die Aufnahme auch eine frühere Situation und beweist damit, dass lediglich die Giebelseite zwischenzeitlich verputzt war, nicht aber die Traufseite und der Anbau links. Die nicht wirklich neu aussehende Fassade könnte auch auf ein früheres Aufnahmedatum hindeuten.

Jedenfalls dokumentiert die Aufnahme die Situation des Rentamts als Zentrum der freiherrlichen Gutsanlage mit landwirtschaftlichen Arbeitsgeräten, einem großen Wirtschaftshof vor dem Haupteingang sowie Personal.