Denkmalpflege und Politik (1)

Im Rahmen eines sogenannten „Politikerpraktikums“ war am 11. Oktober 2021 die Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Ettlingen, Barbara Saebel, auf der Baustelle des Alten Rentamts. Die studierte Betriebswirtin ist in ihrer Fraktion Bündnis 90/Grüne u.a. denkmalpolitische Sprecherin und informierte sich während ihres eintägigen Praktikums bei Ralph Böttcher über die praktische Seite denkmalpflegerischer Arbeit jenseits abstrakter politischer Entscheidungen. Ralph Böttcher ist Restaurator und kümmert sich in seinem Betrieb, den er gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls Restauratorin ist, sich allerdings auf Wandmalerei und Steinobjekte spezialisiert hat, in Sinsheim führt, um die Restaurierung von Holzobjekten und Möbeln.

Barbara Saebel und Ralph Böttcher vor der Giebelseite des Alten Rentamts

Am Beispiel dieses, in Umfang und Dauer sehr speziellen Sanierungsfalls eines Kulturdenkmals von besonderer Bedeutung (§12 DSchGBW) in privatem Eigentum konnte die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung für die Sanierung solcher Gebäude eindringlich klargemacht werden. Auch das mitunter zeitraubende und teure Zusammenspiel aller Akteure im Prozess der Denkmalpflege wurde thematisiert.

Im Zentrum des Gesprächs standen aber natürlich vor allem berufspraktische Themen, mit denen für die Denkmalpflege tätige Betriebe täglich konfrontiert sind wie Ralph Böttcher erläutert:

Explizit geht es hierbei darum, einen Einblick in unseren Beruf zu erhalten: Wo sind die Problematiken zwischen dem Anliegen des Denkmalschutzes mit Qualitätssicherung der Restauratoren. Wie funktioniert das Zusammenspiel von Auftraggeber und Restauratoren sowie im Besonderen um die Entscheidungshoheit für Baufreigaben der unteren Denkmalschutzbehörde und/oder der oberen Denkmalschutzbehörden.

In der Hoffnung, bei der gegenwärtigen Regierungskoalition, die die Beträge für die Denkmalpflege substantiell gekürzt hat, ein neues Verständnis für die Nöte der durchaus um ihre Verantwortung für das kulturelle Erbe des Landes wissenden Eigentümer zu befördern, hat der Eigentümer des Alten Rentamts diesen Vororttermin gerne ermöglicht.

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